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Interviews mit Produzenten

Kann man Eicheln essen?

14.09.2016

Manchmal muss man hinter vielen Ecken gucken. Denn dort versteckt sind die kleinen und großen Menschen mit tollen Ideen und anderen Ansätzen.

Über eine entfernte Bekannte bin ich auf Wolfgang Mattheus gestoßen (worden). Er lebt in Rückersdorf, in einer Gemeinde in Brandenburg. Allein hätte ich ihn nie entdeckt, was sehr schade gewesen wäre. Denn er verfolgt doch eine ganz interessante Philosophie. Zudem verrät er mir, ob man Eicheln essen kann. Kann man?

Seine Produkte stellt er aus Kostengründen in einer Mietküche her. Bereits seit zwei Jahren sitzt er an einer bestimmten Rezeptur auf Basis von Kürbiskernen und arbeitet hierfür sogar mit der Technischen Universität Berlin zusammen. Grund genug mal hinter die Kulissen zu schauen.

 

Mit deiner Brandenburger Gemüsemanufaktur LausiKo legst du sehr viel Wert auf saisonal geerntetes Obst, Gemüse und Früchte aus der direkten Region. Wo hört die Region für dich auf und warum sind dir regionale Zutaten so wichtig?

Regional heißt für mich bei frischen Zutaten wie Obst und Gemüse Brandenburg und Berlin. Sonst geht es um Deutschland. Mir ist wichtig, dass eine regionale Wertschöpfungskette entsteht, durch die auch direkt und indirekt Arbeitsplätze geschaffen bzw. erhalten werden. Es ist einfach ökonomischer und ich arbeite so aus Überzeugung.

 

Und wie sieht es mit Bio-Lebensmitteln aus?

Regional hat für mich Vorrang. Und wenn ich die Rohstoffe in der Qualität hier nicht bekomme, dann beziehe ich sie aus Deutschland und dann auch in Bio-Qualität. Ich kann ja nur ein hochwertiges Produkt herstellen wenn Rohstoffe eine hervorragende Qualität besitzen.

 

Welche Produkte stellst du überhaupt her?

So einige! Z.B. Brotaufstriche, Pesto´s, Edelkastaniencreme´s, Plätzchen und auch Fruchtaufstriche. Letztere haben bei mir mindestens 80% Fruchtanteil.

 

Was ich sehr interessant finde ist, dass du deine Lebensmittel nach der Lehre der heiligen Hildegard von Bingen produzierst. Ich kenne sie als Kirchenlehrerin, die medizinische Abhandlungen verfasste. Was hat das mit Lebensmitteln zu tun?

Ich bin unter anderem ein ausgebildeter Ernährungsberater und beschäftige mich jetzt seit zwei Jahren mit der Ernährungs- und Heillehre der hl. Hildegard von Bingen. Sie hat in ihrer Scivia beschrieben, was genau der Mensch essen kann, damit er gesund bleibt. Sie hat dazu auch detailliert beschrieben, was einem Kranken gut tut, um sich zu heilen.

Und wo bekommst du deine Rezepte her? Sind das alles Überlieferungen?

Der größte Teil meiner Rezepturen sind eigene Ideen. Ich probiere viel aus. Ein geringer Teil stammt aus den Texten Hildegards. Das trifft vor allem für die Plätzchen zu, die ich streng nach original Rezeptur herstelle.

 

Ich habe bei dir "Machandel" gefunden. Das habe ich noch nie gehört. Was genau ist das?

Machandel ist die niederdeutsche Bezeichnung für Wacholder und in diesem Fall ein kräftig schmeckender Fruchtaufstrich mit schwarzen Johannisbeeren.

 

Wieder was gelernt. Und was ist in deinem "Schwarzen Gold" drin?

Das ist ein süßer Kürbiskernaufstrich mit Hafermilch und einem geringen Anteil an Eichelmus.

 

Ups? Kann man Eicheln essen?

Ja klar. Wenn man Eicheln richtig vorbehandelt kann man sie auch verzehren. Für mein "Schwarzes Gold" geben sie das spezielle Aroma.

 

Das wusste ich noch nicht. Und sag mal, ist es richtig, dass du vegan lebst? Sind alle deine Produkte wirklich vegan?

Nicht alle. Die Brot- und Fruchtaufstriche sind es, das Puddingpulver auch. Die Plätzchen sind allerdings vegetarisch, da sie wie gesagt nach original Rezeptur gebacken werden. Ich selbst ernähre mich überwiegend vegetarisch, dafür esse ich zu gern mal ein Frühstücksei oder auch Käse. Auf Honig im Tee mag ich ebenfalls nicht verzichten. Überwiegend vegetarisch bedeutet für mich auch mal ein Stück vom Wild, Fisch oder Geflügel in entsprechender Qualität.

 

Wie bist du überhaupt auf LausiKo gekommen? 

LausiKo ist mein Baby. Wir sind derzeit zu zweit, wenn es eng wird auch mal zu dritt. Angefangen hat alles 2012 mit der Idee, ehrliche Lebensmittel herzustellen. Welche, die den Namen auch verdienen. Zum Anfang haben wir Gemüse-Fruchtaufstriche hergestellt. Nach und nach änderte sich das Sortiment hin zu herzhaften Brotaufstrichen. Durch eine liebe Freundin habe ich dann den Zugang zur Hildegards Lehre gefunden und meine Rezepturen überarbeitet. Seit 2015 arbeite ich nur noch so. Der Name Lausiko kommt vom Lausitzer Kobold. Das ist unser Männchen auf all unseren Etiketten.

Lausiko´s Manufaktur, Waldsiedlung 8a, 03238 Rückersdorf, lausiko.de

Felix Kosel / Foto: 123rf.com

Wer mehr über Hildegard von Bingen erfahren möchte, kann sich bei Wikipedia oder auch hier informieren.

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