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Interviews mit Produzenten

Heute brauen wir unser eigenes Bier!

18.08.2016

Das Thema Bier ist bei mir überall präsent, dabei trinke ich selbst kaum welches. Hier ein Festival, dort ein neues Produkt und bei unserer Recherche nach Manufakturen taucht das Lieblingsgetränk der Deutschen auch immer wieder auf.

Ist Bier gesund? Hat Bier Kalorien? Kann man Bier selber brauen? Fragen über Fragen... Ich habe zwei Experten gefunden: Kathy und Jörg von der Besserbrauer GmbH. Sie vertreiben eine Braubox, um tatsächlich Bier selber zu brauen. In den eigenen vier Wänden. Mit Jörg habe ich mich darüber unterhalten.

 

Bier zum Selbstbrauen? Ist das denn so einfach?

Bier brauen ist kein Hexenwerk, schließlich haben es Menschen schon vor hunderten Jahren mit einfachsten Mitteln getan. Alles was man braucht sind einige Küchengeräte, die Zutaten (Malz, Hopfen, Hefe und Wasser) und etwas Geduld!

 

Das klingt ja wirklich sehr unkompliziert. Doch wie seid ihr auf die Idee gekommen ein Brauset anzubieten, statt direkt ein selbstgebrautes Bier?

Kathy und ich waren 2013 auf der Suche nach einem gemeinsamen Hobby jenseits des Computerbildschirms. Kochen taten wir ohnehin schon viel, da war Bier brauen fast schon naheliegend. Wir legten uns also ein 30-Liter-Brauset zu, das aus hässlichen Plastikeimern und -schläuchen bestand, und dazu noch sehr viel Platz in unserer kleinen Stadtwohnung wegnahm. Das Ergebnis schmeckte aber trotz der wirren Brauanleitung sehr gut. Also dachten wir uns: Wieso kann man Bier nicht auch im Küchenformat brauen, mit einer hübschen Gärflasche aus Glas und einer bebilderten Brauanleitung? Die Idee der Braubox war geboren. Und Craft-Brauereien, die eigenes Bier verkaufen, gibt es mittlerweile ja recht viele ? ein Braukit mit frischen Zutaten im Küchenformat zumindest in Deutschland aber noch nicht!

 

Ja, deswegen seid ihr mir auch direkt ins Auge gefallen. Aber was ist eigentlich genau der Unterschied zwischen Craft Beer und normalem Bier?

Craft Beer bedeutet übersetzt quasi "handwerklich gebrautes Bier". Der Begriff stammt aus den USA und hat sich über die Jahre zu einer Art Trendbegriff entwickelt, der nicht ganz unumstritten ist, weil es zumindest in Deutschland keine feste Definition gibt. Für mich steht Craft Beer für Kompromisslosigkeit bei der Qualität der Zutaten, Experimentierfreude, Leidenschaft für das Produkt und Mut.

 

Also schon auch ein Modewort. Passend zum aktuellen Trend. Der Kreativität sind ja gerade keine Grenzen gesetzt. Überall tauchen neue, kleine Brauereien auf. Habt ihr ein paar Inspirationen für ungewöhnliche Biersorten?

Im Sommer trinken wir immer gern belgisches Witbier, das wir augenzwinkernd die "hübsche Schwester des bayrischen Weizenbieres" nennen. Es ist mit Orangenschale und Koriandersamen eingebraut und sehr spitzig. Auch Gose, ein alter deutscher Bierstil, ist herrlich erfrischend an warmen Sommertagen und gerade wieder schwer im Kommen. Welche 10 deutschen Craft-Biere man unbedingt probiert haben sollte, haben wir übrigens hier in einem Blogbeitrag zusammengefasst.

 

Schon beeindruckend, was es alles an Bier gibt. Aber was genau besagt das deutsche Reinheitsgebot und muss ich als Selbstbrauer da irgendetwas beachten?

Über das Reinheitsgebot könnte hier einen langen Vortrag halten. Kurz: Ich halte es schlicht für einen Marketing-Gag und überholt. Leider steckt in den Köpfen der meisten Menschen die falsche Vorstellung eines Reinheitsgebots ? nämlich das nur Malz, Hopfen, Hefe und Wasser ins Bier kommen. Ganz so einfach ist es leider nicht, denn auch das "nach dem deutschen Reinheitsgebot von 1516" gebraute Lieblingsbier aus dem Supermarktregal hat während des Brau- und Gärprozesses weit mehr als diese 4 Zutaten zu sehen bekommen. Nicht deklarierungspflichtig sind z.B. Polyvinylpolypyrrolidon (wird zur Klärung des Bieres eingesetzt), Eiweißstabilisatoren (für bessere Haltbarkeit) und Zuckerkouleur (Beeinflussung der Bierfarbe). Craft-Brauereien besinnen sich deswegen wieder auf die eigentlich Zutaten von Bier zurück ? plus die, die der Experimentierfreude zugute kommen. Die sind dann aber bitte auch möglichst lokal, saisonal und unbehandelt. Ich persönlich mag die Definition des "Freiheitsgebots" von Onkel Bier!

 

Da du es gerade ansprichst, wo kommen denn eure Zutaten in der Box her?

Unsere Lieferanten verraten wir leider nicht.

 

Schade. Aber ich hoffe auch regional, zumindest aus Deutschland. Was ist eigentlich euer Lieblingsbier, gibt es bei Braumeister so etwas?

Ich komme gerade vom Wanderurlaub auf Island und habe dort ein tolles Bier getrunken. Das "Icelandic White Ale" von Einstök.

 

Wie viele Liter Bier trinkt ihr denn so am Tag?

Ich selbst bin eher der bewusste Biergenießer und trinke deswegen auch nicht täglich. Zum Betrinken ist Craft Beer häufig auch zu teuer. Kathy trinkt aktuell gar kein Bier, da wir Nachwuchs erwarten.

 

Oh, herzlichen Glückwunsch! Und stimmt es, dass in Bier Vitamine stecken?

Klar, vor allem die B-Vitamine sind zahlreich vertreten. Neben Vitamin B1, B2 und B6 sind aber auch Biotin, Niacin, Folsäure und Pantothensäure vorhanden. Ich würde Bier trotzdem nicht zur Vitaminaufnahme empfehlen, Stichwort Alkohol. Lieber hin und wieder mal einen Apfel essen.

 

Gute Antwort, dennoch ganz interessant. Und eine letzte Frage, die mir schon länger im Kopf herum schwirrt. Ihr als Experten: Kommt der Bierbauch wirklich vom Bier trinken? Und warum hast du keinen, oder doch?

Ein Blick nach unten sagt mir, dass sich mein Bierbauch zum Glück noch einigermaßen in Grenzen hält. Bier enthält nicht wenig Kalorien, wirklich dick macht aber oft das, was dazu konsumiert wird: Chips, Erdnüsse, Pizza usw. Aber wie gesagt, vor allem Craft Beer sollte eher als bewusst konsumiertes Genussmittel gesehen werden ? wie ein guter Wein auch.

Ich habe da dann doch nochmal etwas recherchiert, da ich tatsächlich glaubte, einen Unterschied zwischen einem Bauch und einem Bierbauch zu erkennen. Doch Pustekuchen... Bier in Maßen macht überhaupt nicht dick und liegt mit etwa 37 Kilokalorien pro 100 ml unter dem Apfelsaft (46 kcal / 100 ml)! Es gibt dagegen sogar Studien die belegen, dass Frauen die "moderat" Bier trinken sogar schlanker seien als andere. Was auch immer moderat bedeutet. Auf jeden Fall geht es tatsächlich um das Drumherum. Chips, Salzstangen und Schokolade zum Bier sind die Dickmacher. Klar. Und nein, ein Bauch ist ein Bauch, ob vom Bier oder vom zu vielen Essen. Einen Unterschied gibt es da nicht.



Besserbrauer GmbH, Gaußstraße 196e, 22765 Hamburg, besserbrauer.de

Felix Kosel / Titelfoto: 123rf.com



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