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Interviews mit Produzenten

Warum man Gin mal nackt trinken sollte...

11.09.2016

Eigentlich trinke ich eher wenig Alkohol. Doch immer wieder stoße ich auf regionale Gin und Wodka Produzenten. Eine neue Welle?

Besonders die Optik der Flaschen und das Design der Etiketten und Verpackungen finde ich toll. Geschmacklich teste ich mich gerade erst durch und lerne Getränke wie Gin neu kennen. Doch ich brauche Unterstützung. Was ist Gin eigentlich? Wie sieht das Herstellungsverfahren bei Gin aus? Welcher Gin schmeckt gut? Deswegen habe ich Daniel Wartacz von der Bonner Manufaktur ein paar Fragen gestellt. Er produziert seit 2015 "Naked Gin".

 

Achtung, Anfängerfrage: Was ist der Unterschied zwischen Gin und Wodka?

In erster Linie ist Wodka ein Getreide oder Kartoffelschnaps und Gin ein Wacholderschnaps. Von der Basis sind aber beide gleich, es ist Agraralkohol. Bei Gin werden dann aber die Botanicals (die hinzugefügten Aromen) entweder mit der Maische destilliert oder in kleinen Säckchen über den Alkoholdampf gehängt, der diese dann aufnimmt. Bei Wodka versucht man durch sorgfältige und vielfältige Filtrierung einen weichen Geschmack hin zu bekommen.

 

Getreide oder Kartoffeln vs. Wacholder. Gut zu wissen. Für mich als Gelegenheitsgenießer ist Gin irgendwie gleich Gin. Was macht guten Gin aus und woran erkennt man ihn?

Es ist wie bei allem Geschmacksache. Dem einen schmeckt das, dem anderen das. Man sollte darauf achten, das man keinen überladenden, sondern gut auf einander abgestimmten, fein destillierten Gin am Gaumen hat. Er darf nicht zu ruppig sein.

 

Ruppiger Gin. Ich habe also noch einiges zu lernen. Wie bist du überhaupt auf den Gin gekommen?

Meine schwedische Oma hat immer Gin oder Gin Tonic getrunken und mir hat das einfach nicht geschmeckt. Ich habe dann angefangen viel Gin zu probieren, habe aber keinen wirklich guten gefunden, den ich selber richtig mochte. Da wuchs der Traum in mir, das eines Tages selbst zu machen. Es hat aber Jahre gedauert bis ich damit angefangen habe ihn zu verwirklichen.

 

Wie hast du dir das ganze Wissen über die Herstellung von Gin angeeignet? Über eine Ausbildung oder über immer wieder neues Probieren?

Es ist wie mit allem: wenn du eine Leidenschaft für etwas entwickelst, kniest du dich rein. Und das habe ich getan. Man kann viel lesen und sich anhören, aber probieren ist erstens lustiger und zweitens lernt man mehr.

 

Lach, da hast du wohl Recht. Ich habe gehört, dass Gin sehr, sehr viele Zutaten hat. Wie viele kommen bei dir zum Einsatz und welche sind die wichtigsten?

Ja es gibt viele Gin mit sehr vielen Zutaten aber auch welche die nur eine Hand voll haben. Ich verwende als wichtigste Botanicals italienischen Wacholder, französischen Lavendel, Schlehe, Pfeffer und Ingwer.

 

Hmmm, da läuft mir direkt das Wasser im Mund zusammen. Wie interessant! Bei meiner Recherche bin ich auf die EU-Verordnung für Gin gestoßen. Was besagt diese?

Wie alles ist in der EU ist auch das reglementiert. Die Verordnung unterscheidet zwischen den einzelnen Gin Arten London Dry Gin, Dry Gin, Gin, etc. Es gibt unterschiedliche Bezeichnungen für unterschiedliche Herstellungsverfahren und die Zugabe der Zusätze, wo nicht nur geregelt ist was rein darf, sondern auch zu welchen Zeitpunkt.

 

Ach, das klingt schon wieder alles so kompliziert. Für mich ist Gin ja ein totales Lifestyle Getränk. Wie wichtig ist dir die Verpackung und das Design der Flasche? Und hast du deines selbst entworfen?

Verpackung ist immer wichtig! Es spiegelt den Inhalt wieder. Sollte es zumindest. Meins habe ich selbst entworfen, das war mir auch enorm wichtig.

 

Und es ist dir gelungen! Der Name "Bonner Manufaktur" ist sehr allgemein gehalten. Ich habe aber nur deinen Naked Gin gefunden. Planst du noch andere Produkte?

Ja, es gibt bereits einen Wein. FR3UNDESKREISW3IN. Diesen mache ich mit zwei meiner besten Freunde zusammen und mit einem befreundeten Winzer.

 

Darüber müssen wir uns nochmal separat unterhalten. Mich interessiert noch, wie man Gin am besten lagert und wie lange er in der Flasche haltbar ist?

Es gibt da keine pauschale Regel. Man sollte aber direkte Sonneneinstrahlung und übermäßige Hitze vermeiden. Wenn Gin gut verschlossen ist passiert da überhaupt nichts. Der Alkohol hat keine Möglichkeit zu verfliegen.

 

Der Geschmack und die Aromen hoffentlich auch nicht. Sag mal, wie trinkt ein Produzent und Fachmann wie du einer bist seinen Gin denn am liebsten?

Nackt. Daher auch der Name Naked Gin. Ich habe versucht einen harmonischen aber facettenreichen Gin herzustellen, der sich auch pur, also nackt präsentieren kann. Gin, Eis und ein Stengelchen Rosmarin - perfekt.



Bonner Manufaktur, Martin-Legros-Str. 18, 53123 Bonn, bonner-manufaktur.de

Felix Kosel



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