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Interviews mit Produzenten

Wie startet man eine Feinkost Manufaktur?

11.10.2016

Wie startet man eigentlich eine Feinkost Manufaktur? Wir haben ein ganz junges Unternehmen dazu befragt, welches sich erst im Mai diesen Jahres gegründet hat.

Laura ist mit ihrer Feinkost Manufaktur Culpepper Kitchen sehr umtriebig. Nicht nur draußen auf Märkten und der Straße, sondern auch im Internet. Sie kam auf mich zu, um ihr erstes Produkt vorzustellen. Eine scharfe Soße. Ich habe es zum Anlass genommen, mal den Start eines solchen Unternehmens zu thematisieren.

 

Culpepper Kitchen ist gerade mal ein paar Monate alt. Wie startet man eigentlich eine Feinkost Manufaktur?

Wir lassen unsere Saucen in einem zertifiziertem Bio-Familienbetrieb produzieren, streng nach unserer geheimen Rezeptur. Das war für uns die bessere Lösung, um Hygiene, Haltbarkeit und kompetente Abfüllung zu gewährleisten. Der Prozess zur ersten Produktion hin war auch echt spannend. Vom Perfektionieren der Rezeptur daheim, bis zum Sourcing der Zutaten, Testkochungen und dann die erste Charge, die wir per Hand in unser Lager getragen haben.

 

Was war bisher eure größte Hürde?

Zeit, was wahrscheinlich bei den meisten Jungunternehmern ein Faktor ist. Als Newbie auf dem Markt ist viel Überzeugungsarbeit, proaktives Angehen von Kunden und LEHs notwendig.

 

Was bedeutet die Abkürzung LEH?

LEH ist der Lebensmitteleinzelhandel. Große Supermärkte und auch kleinere Lebensmittelfachgeschäfte.

 

Aha, das ist also euer Ziel. Und was ist eure Philosophie, wieso gerade eine Feinkost Manufaktur für Soßen?

Die Idee hatte ich schon lange. Die "Pepper Sauce" ist ein Muss zu jeden Essen in Barbados, einer kleinen Insel in der Karibik, von der mein Ehemann stammt, und mit der ich selbst eng verbunden bin, durch die Familie und natürlich die Leidenschaft. Diesen Klassiker nach Deutschland zu bringen, das war die Vision. Aber in höchster Qualität, und vor allem ohne Zusatzstoffe, und natürlich Bio. Die Karibik liegt uns am Herzen, hat sie doch so eine vielfältige Kultur, vor allem wenn es ums Essen geht. Wir wollen es unseren Kunden möglich machen, ein Stück davon auf Ihren Teller zu holen, ohne das Muss karibisch kochen zu lernen. Sie sollen dies in ihre eigenen Gerichte einfließen lassen und neue Kombinationen ausprobieren können.

 

Anfang Juni habt ihr bereits die ersten Produkte in den Händen gehalten. Wie habt ihr so schnell euren Betrieb für die Soßenproduktion gefunden?

Wir sind einfach auf die Suche gegangen. Haben einige Produktionsstätten besucht, und dann auch die Richtige gefunden. Dort wird alles noch handgearbeitet, einfach nur in größeren Mengen. Es war schon ein tolles Gefühl in Hygienemontur durch den Betrieb zu laufen, und auch selber mit testzukochen.

 

Habt ihr Einfluss auf die Zutaten und woher kommen diese?

Alle Zutaten außer die Habaneros (Anmerkung von Felix: eine Chili Sorte, siehe auch hier) kommen aus Deutschland, mit Bio-Gütesiegel. Die Habaneros kommen von einem Chili-Bauern in Yucatan, der nichts anderes außer Chili´s in zertifizierter Bio-Qualität anbaut. Wir importieren sie, da Habaneros viel Sonne zum Reifen brauchen, um ihr ganzes Aroma zu entfalten.

 

Eure erste Soße heißt "Hurricane Habanero". Wonach schmeckt sie und was ist drin?

Schmecken tut sie fruchtig-aromatisch, mit etwas Senf, aber vor allem scharf. Hurricane Sauce wurde auf der Scala von 1-10 mit Stufe 7 bewertet, das heißt sie hat schon gut "Bumms". Der Unterschied zu vielen anderen "Hot Sauces" ist aber, dass sie trotzdem Aroma hat und dir nicht den Hals wegbrennt. Sie ist auch hervorragend zur Verfeinerung beim Kochen geeignet.

 

Wie wichtig ist euch die Schärfe in euren Soßen?

Die Hurricane Sauce lebt davon. Wir haben aber noch zwei weitere Saucen im Petto, die wenig bis mittelscharf sind. Schärfe ist nicht unser zentrales Thema, sondern Geschmack und außergewöhnliche Zutaten.

 

Eure zwei weiteren Soßen gibt es noch nicht zu kaufen. Kannst du uns schon verraten, welche das genau sind?

Ja, derzeit sind das die "Socalicious Pink Guava Sauce" und die "Voodoo Tamarinden BBQ Sauce". Wir lassen aber vertraute Tester und auch unsere Kunden am Ende entscheiden, welche Saucen das Rennen machen. An Ideen und Rezepten fehlt es nicht.

 

Stimmt, Tamarinde und Pink Guave klingen wirklich ungewöhnlich und machen neugierig. Zurück zu euch. Woher kommt euer Name Culpepper Kitchen?

Culpepper Island ist eine Mini-Insel gleich an der Ostküste von Barbados. Wir haben das ganze mit Kitchen verbunden, da es uns um das Essen, die Cuisine, aber auch was sonst in der Küche stattfindet, das Zwischenmenschliche, Familienessen und schöne Abende, geht.

 

Laut Wikipedia ist es tatsächlich nur ein 40 mal 50 Meter großer Felsen. Aber mit einem Leuchtturm drauf! Tolle Geschichte. Und habt ihr momentan überhaupt noch Zeit für anderes? Ihr seid ständig unterwegs auf Foodfestival oder veranstaltet sonstwo Verkostungen.

Die Zeit ist natürlich kostbares Gut. Aber uns ist der Kontakt zu Kunden und der Branche einfach extrem wichtig. Essen schmeckt, riecht und probiert man, und das geht am besten auf diesen Events.

 

Ja, stimmt natürlich. Wie sieht ein typische Tag bei euch aus?

Morgens Orders einsehen und abarbeiten, dann Marketing-Arbeit und Neu-Akquise, abends meist das Organisatorische. An den Wochenenden nehmen wir dann oft an Events und Märkten teil, an denen wir in direktem Kontakt zu Kunden treten und sie das Produkt gleich probieren und kaufen können.

 

Aktuell läuft eine neue Staffel der "Höhle der Löwen" im TV, in der wieder einige Food Startups um die Gunst der Investoren buhlen. Schon mal überlegt dort mitzumachen?

Ich möchte nicht sagen, dass uns der Gedanke noch nie gekommen ist. Aber jetzt geht es erstmal darum, unser Produkt an den Mann bzw. die Frau zu bringen, Marketing zu betreiben und unsere "Culpepper Family" aufzubauen.

 

Und was sind eure nächsten Schritte und Ziele?

Unser Sortiment zu erweitern und in noch mehr Läden vertreten zu sein.

Culpepper Kitchen, Kolumbusstraße 5b, 81541 München, culpepper-kitchen.com

Felix Kosel / Titelfoto: 123rf.com



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