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Interviews mit Produzenten

Die Faszination der Wildkräuter

13.11.2016

Wildkräuter sammeln ist wie Pilze sammeln. Man braucht schon ein wenig Fachwissen, um die Pflanzen zu erkennen und vor allem bestimmen zu können.

Was mich zudem sehr an Wildkräutern fasziniert ist, dass man aus ihnen so wahnsinnig viel machen kann. Deshalb habe ich mich auf die Suche begeben, nach einer Wildkräuter Manufaktur. Und sie gefunden. Anke betreibt eine solche unter dem Namen Manufaktur Löwenzahn. Ich habe mich mit ihr unterhalten und sogar noch ein kleines Wunderrezept bekommen.

 

Was bezeichnet man als Wildkräuter? Geht es allgemein um Wildpflanzen oder konkret um Unkraut?

Wildkräuter sind für mich alle wildwachsenden Kräuter, die für die meisten als Unkräuter gelten. Das können die Kräuter am Wegesrand sein, auf der Wiese oder auch auf dem Gartenbeet zwischen den Kulturpflanzen. Natürlich werden auch sogenannte Wildkräuter angebaut, da sonst der Bedarf an Arzneipflanzen und trendigen Küchenkräutern wohl kaum zu decken wäre. Aber echte Wildkräuter schaffen es eben auch zu stattlichen Exemplaren, ganz ohne unser Zutun.

 

Und wo sammelst du deine Wildkräuter? Läufst du tatsächlich mit einem Körbchen los und pflückst sie in deiner Umgebung?

Die Herkunft der Kräuter ist unterschiedlich. Einiges gibt es in meinem Garten oder in Gärten von Freunden. Manche Kräuter sammle ich auch mit dem Körbchen ein. Aber da diese Quellen begrenzt sind, kaufe ich bei ausgewählten Händlern ein und verarbeite alles nach eigenen Rezepturen.

 

Ich nehme Kräuter in erster Linie zum Würzen. Was stellst du alles mit deinen Kräutern an?

Die Kräuter eignen sich natürlich zum Würzen, aber auch als vollständiges Gericht oder als Tee. Wir können sie in allerlei Zubereitungen in der Hausapotheke oder für die Schönheit verwenden. Ich kann an ihnen den Lauf der Jahreszeiten beobachten und mich so wieder mit der Natur verbunden fühlen, indem ich diesen Zyklus in mein Leben integriere. Pflanzen sind Begleiter in meinem Leben.

 

Das ist ja ein riesiges Gebiet. Woher hast du die vielen Kenntnisse? Man muss Wildkräuter ja auch bestimmen können. Ich kann gerade mal Löwenzahn von Petersilie unterscheiden.

Ich kann gar nicht genau sagen, wie lange ich mich schon mit den Kräutern befasse. Das genaue Bestimmen habe ich in Botanik an der Uni gelernt. Da war ich aber schon längst am Gärtnern und Sammeln. Dann kamen viele Bücher und Seminare (z.B. Freiburger Heilpflanzenschule, Kudra) dazu. Und irgendwie hört das Lernen nie auf. Immer wieder gibt es neue Sachen zu entdecken.

 

Woher kommt eigentlich der Name deiner Manufaktur Löwenzahn? Hat es mit Löwenzahn alles angefangen?

Warum gibt es den Namen Löwenzahn? Zum einen steckt dieser unendlich viele fröhliche Sonnen in den Maihimmel ? was für ein wunderbares Bild. Und zum anderen ist er stark und widerstandsfähig. Freude, Ausdauer und Stärke habe ich mir für mein Unternehmen und für mich gewünscht.

 

Oh wie toll. Eine Wiese voller Sonnen. Herrlich! Du stellst auch Rosenblütenzucker her. Kann man denn die Blüten jeder Rose dafür nehmen? Sind diese nicht giftig?

Im Prinzip kann man alle ungespritzten Rosenblütenblätter essen. Sie schmecken so, wie sie riechen. Also Rosen, die nicht riechen, schmecken auch nach nichts, sehen aber im Salat hübsch aus. Der Rosenduft sollte dir schon zusagen. Da gibt es eine große Vielfalt und mir gefallen auch nicht alle.

 

Oh, das wusste ich gar nicht. Dann werde ich wohl demnächst mal Rosenblüten-Tasting veranstalten. Aber sag mal, du gibst nebenbei auch Kochkurse und Führungen. Hast du überhaupt noch Zeit für dich oder hast du ein paar Helfer in deiner Manufaktur?

Wenn alle  Arbeiten auf einmal kommen, gibt es schon mal fleißige Hände, die mir beim Etikettieren der Gläschen und Tüten helfen. So bleibt dann noch Zeit für Führungen, bei denen ich gern meine Begeisterung für die Natur und die Pflanzen teile.

 

Ein pures Kräuterglück ist ja die Frankfurter Soße. Hast du vielleicht ein tolles Rezept, wie man sie sich selbst machen kann?

Ja klar, sogar eins für eine "Wilde Frankfurter grüne Soße". Viel Spaß beim Zubereiten!

Manufaktur Löwenzahn, Dorfstraße 32, 17214 Nossentiner Hütte, manufaktur-loewenzahn.de

Felix Kosel / Fotos: Copyright Andrea Liebich, Leipzig



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Rezept Grüne Soße Löwenzahn

In Anlehnung an die bekannte Frankfurter Grüne Soße für 6 Personen

Zutaten

  • 2 Bund gemischte Wildkräuter (z.B. Brennnessel, Löwenzahn, Vogelmiere, Spitzwegerich, Schafgarbe, Gundermann, Bärlauch, Knoblauchrauke, Giersch, Pimpinelle)
  • 500 g Quark
  • 250 g Frischkäse
  • 200 g Sahne
  • Etwas Milch
  • 1 EL Senf
  • ¼ grüne Gurke
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 unbehandelte Zitrone
  • 2 EL Olivenöl
  • Salz, Pfeffer
  • 6 hartgekochte Eier
 

Quark, Frischkäse, Sahne und Senf zu einer glatten Soße verrühren und mit der Milch evtl. verdünnen. Mit Öl und Gewürzen kräftig abschmecken.

Die fein geschnittenen Kräuter, kleine Gurkenwürfel, gehackten Knoblauch, in kleine Würfel geschnittene Eier und Zitronenzesten mischen und mit dem Zitronensaft übergießen.

Die Soße über die Kräutermischung geben und alles vorsichtig umrühren. Damit es schön kräuterig schmeckt, die Soße min. eine Stunde im Kühlschrank ziehen lassen. Dazu passen übrigens sehr gut Pellkartoffeln.

 

Kleines Wildkräuter Lexikon

Und wie gesund eine solche Wildkräuter-Soße ist, sieht man an der Wirkung der vielen Wildkräuter:

Löwenzahn

Löwenzahn ist nicht nur eine Kinder-Fernsehsendung, sondern auch ein Korbblütler, bekannt unter dem Namen Pusteblume. Ihr werden viele heilende Wirkungen zugesprochen. Z.B. soll sie blutbildend, blutreinigend und harntreibend und gut bei Fieber, Verstopfungen, Nierensteine und Hämorrhoiden sein.

 

Vogelmiere

Jeder Gartenbesitzer kennt Vogelmiere als Unkraut, dabei kann man aus dieser Pflanze herrliche Salate und Suppen machen. Sie wirkt schleimlösend und hilft gegen Hautprobleme wie Schuppenflechten.

 

Spitzwegerich

Spitzwegerich ist ein Heilmittel bei Husten. Auch für Wunden ist diese Pflanzen geeignet, da sie antibakteriell und entzündungshemmend ist. Von Mai bis August kann man die Blätter meist am Wegesrand finden.

 

Schafgarbe

Die Achillea Millefolium, auch Schafgarbe oder Bauchwehkraut genannt, ist bekannt für ihre krampflösende Wirkung und wird deswegen gern bei Problemen mit der Verdauung und auch für Frauenleiden genommen. Die ätherischen Öle sind zudem ein gutes Mittel bei wunde Brustwarzen beim Stillen. Ein wahres Frauenkraut also.

 

Pimpinelle

Die Blätter und auch die Wurzel der Pimpinelle kann man im Frühjahr und Sommer sammeln. Sie ist wunderbar bei Frühjahrsmüdigkeit, da sie den Stoffwechsel anregt.

 

Gundermann

Gundermann ist ein perfektes Küchengewürz und passt nicht nur in den Salat, sondern macht sich auch gut in Kräuterbutter und Suppen. Zudem wirkt es heilend bei Blasen- und Nierenkrankheiten.

 

Giersch

Wem Girsch, oder auch bekannt als Dreiblatt, als Unkraut im eigenen Garten lästig ist, der sollte ihn als essbare Pflanze sehen und sich daraus Tee, Salat oder Saft machen. Denn sie wirkt entschlackend und entgiftend.

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