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Wir feiern den Tag der Honigbiene

03.08.2017

Heute ist er, der "Internationale Tag der Honigbiene". Also möchten wir mehr über das Insekt wissen, welches uns den süßen Honig beschert und haben unseren Premium Partner Imker Christian Wendt von den Honigpiraten aus Paulinenaue interviewt.

Seit sieben Jahren imkert Christian Wendt. Von Anfang an in Bioqualität und inzwischen auch nach den Richtlinien von Bioland. Seine Bienen stehen im Havelland und sammeln Akazie, Linde, Raps sowie die Sommer- und Frühjahrshonige. Christians Lieblingshonig ist der Akazienhonig, denn ihm schmeckt die Blüte dieses weichen und lange flüssig bleibenden Honigs. Besonders im Tee und auch einfach löffelweise pur.

Wir haben ihn neugierig ausgefragt und wieder viel gelernt. Was ist eine Entdeckelungsgabel? Wie finden die Honigbienen zurück zu ihrem Stand? Wie weit fliegen sie überhaupt weg und wann genau ist die Honigsaison?

 

Du hast ja wahnsinnig viele Bienen. Wie viele sind es?

Aktuell sind es 90 Wirtschaftsvölker. Je Volk befinden sich in den Sommermonaten zwischen 40.000 und 50.000 Bienen. Somit wären es bei mir aktuell ca. 4.050.000 Bienen.

 

Wow! Dieser Anzahl kann man sich kaum vorstellen. Kannst du uns etwas zu den verschiedenen Bienen Arten sagen?

Die wichtigsten Honig-Bienenrassen in Europa sind die Carnica, Buckfast, Ligustica, Caucasica sowie die dunkle Biene. Die Bienen unterscheiden sich im Wesentlichen in den folgenden Eigenschaften: Honigertrag, Sanftmut, Wabensitz, Schwarmlust, Volksstärke aber auch das Aussehen. Ich imkere mit der Carnica Biene. Die Biene entwickelt sich schnell im Frühjahr, hat einen guten Honigertrag und ist (wenn man konsequent selektiert) sehr sanftmütig.

 

Wie eng dürfen verschiedene Völker eigentlich aufgestellt werden?

Bienen werden von den Imkern oft direkt nebeneinander aufgestellt. Der Vorteil liegt in der Bearbeitung der Völker. Kurze Wege, mehrere Beuten auf einer Palette usw. Der Natur der Biene kommt eher eine Einzelaufstellung zu Gute: weniger Verflug und auch Krankheiten werden nicht so leicht übertragen. Bienen lebten ja ursprünglich in holen Bäumen im Wald in ausreichender Entfernung von Volk zu Volk.

 

Verflug? Wie finden die Bienen denn überhaupt in ihren eigenen Stand zurück? Kommunizieren sie beim Fliegen oder riechen sie das?

Wenn Bienen das erste Mal ausfliegen, fliegen sie in immer größer werdenden Kreisen um die Bienenbeute herum. Der Flugradius wird dabei Stück für Stück ausgedehnt. Die Damen prägen sich die Landschaft dabei an Hand von Merkmalen (Hügel, Baum, Haus usw.) ein und legen quasi eine innere Landkarte der Umgebung an. Aber auch der Stand der Sonne wird zur Orientierung genutzt.

 

Wie weit können sie sich denn den Weg zurück merken?

Bienen fliegen je nach Trachtangebot auch mal 3 km (durchaus auch längere Strecken). Allerdings sinkt mit steigender Entfernung der Ertrag der Biene, da die Energie die benötigt wird um die Strecke zurück zulegen immer größer wird. Deshalb stellen Imker die Bienen oft direkt an die Trachtgebiete, also an das Rapsfeld oder direkt in den Lindenwald. Somit ist eine gute Trachtausbeute gewährleistet.

 

Manchmal hört man davon, dass ein ganzes Bienenvolk "ausreißt" und wieder eingefangen werden muss. Warum und wie passiert so etwas?

Man spricht hier vom Schwärmen. Das ist der natürliche Weg eines Bienenvolkes sich durch Teilung zu vermehren. Wenn genügend Nahrung vorhanden ist und die Völker stark genug sind, "ziehen" sich die Bienen eine 2. Königin im Volk nach. Die alte Regentin zieht dann mit einem großen Teil des Volkes und Nahrungsvorräte für ein paar Tage aus. Sie lassen sich erst einmal für ein paar Stunden (manchmal auch Tage) an einem Ast, Baum oder Strauch nieder. Von dort starten einige Bienen mit der Suche nach einer passenden Behausung. Ist diese gefunden, setzt sich der gesamte Schwarm in Bewegung und beginnt in der neuen Wohnung von Vorn.

 

Also ein ganz bewusstes "Ausreißen". Und sag mal, Honig sammeln doch nur die weiblichen Bienen, richtig? Welche Aufgaben haben die männlichen Tiere?

Ja, die weiblichen Bienen, die Arbeiterinnen, sammeln den Nektar, den Pollen und erledigen alle anfallenden Arbeiten im Volk wie z.B. Reinigung, Wabenbau und auch die Verteidigung des Volkes. Die Drohnen, also die männlichen Bienen, sorgen für die Begattung neuer Königinnen. Sie fliegen täglich aus und treffen sich an sogenannten Drohnensammelplätzen. Dort treffen auch unbegattete junge Königinnen ein, die dann von den Drohnen begattet werden.

Damit ist die Aufgabe der männlichen Biene im Grunde schon erledigt. Nicht schlecht oder? Aber im späten Sommer werden die Drohnen aus der Beute geworfen, denn sie würden im Winter nur Nahrung kosten und keinen Nutzen bringen.

 

Das ist ja mal eine interessante Aufgabenverteilung. Und ich habe gehört, dass Bienen per Post verschickt werden können. Stimmt das? Und kauft man sich einfach irgendwo ein Volk und legt los?

Ja, Bienen können und werden auch mit der Post verschickt, vor allem Königinnen und Kunstschwärme. Sollte allerdings jemand anfangen wollen zu imkern, macht es Sinn, sich einen Imker in der Umgebung zu suchen und dort ein Volk zu kaufen bzw. erst einmal eine Zeit lang mit zu imkern. Zusätzlich sollte jeder Anfänger einen Kurs besuchen, in dem alle Grundlagen gut vermittelt werden. Jeder Bienenhalter ist des weiteren verpflichtet, die Bienen beim Veterinäramt zu melden. Ein Beitritt zum Imkerverein in der Umgebung macht auch Sinn, denn hier wird neben der Hilfe durch die Vereinsmitglieder auch die notwendige Versicherung mit abgeschlossen.

 

Gut zu wissen! Honig ist für uns Konsumenten zu jeder Jahreszeit verfügbar. Dabei ist er logischer Weise auch saisonal. Von wann bis wann erntest du deinen Honig und spricht man hier überhaupt vom Ernten?

Ja, das ist richtig. Wir ernten von ca. Ende Mai bis Anfang/Mitte August. Der Rapshonig und die Frühjahrsblüte wird als erstes geerntet. Anschließend folgen Akazie, Linde, Sommerblüte oder auch Sonnenblume. Es folgen also mehre Ernten in Abstand von einigen wenigen Wochen. Dies ist die arbeitsintensivste Zeit der Imker, da die wöchentlichen Durchsichten der Völker und auch der Verkauf weiter laufen.

 

Und was passiert nach der Ernte? Wie muss man sich den Prozess vorstellen, bis der Honig verkaufsfertig im Glas ist?

Die vollen Honigwaben sind mit einer dünnen Wachsschicht verschlossen. Diese dient der Biene zur Haltbarmachung des Honigs. Die Wachsschicht wird als erstes mittels einer Entdeckelungsgabel vom Imker entfernt. Dann werden die Waben in der Honigschleuder "ausgeschleudert". Der Honig läuft über Siebe in einen Sammelbehälter. Von dort wird der Honig nun entweder direkt ins Glas gefüllt oder noch cremig gerührt und anschließend abgefüllt.

 

Du selbst verkaufst deinen Honig nach den Bioland Richtlinien. Wieso hast du dich dazu entschlossen und was beinhalten diese?

Für mich steht ganz klar eine nachhaltige Landwirtschaft und ein umsichtiges Wirtschaften mit den vorhandenen Ressourcen im Vordergrund. Daher gab es nur die Entscheidung: Bio. Im Wesentlichen geht es auch darum, wie die Biene gehalten wird. Also z.B. nur in Beuten aus Holz, unbehandelt oder wie bei mir nur mit Leinöl imprägniert. Es wird auch kein Wachs von außen zugekauft. Nur selbst produziertes, reines Neuwachs wird den Völkern wieder zugeführt. Wenn Bienen für den Winter gefüttert werden müssen, dann erfolgt dieses ausschließlich mit Biozucker oder eigenem Honig. Somit wird wiederum in anderen Bio-Landwirtschaftsbereichen die Nachfrage gestärkt. Und zur Behandlung von Krankheiten kommen nur wenige org. Säuren in Betracht. Weiter stehen Biolandimker auch nicht in konventionellen Obstkulturen.

 

Woher kommt eigentlich dein Name Honigpiraten?

Der Name hat eigentlich keine besondere Bedeutung. Ich wollte nur einen sich leicht zu merkenden, frischen und etwas anderen Namen. Also nicht noch die 30. "Imkerei XXX".

 

Einprägsam ist er auf jeden Fall! Und zuletzt: was reizt dich an deiner Arbeit, was macht dir daran Spaß? Geht es um die Tier, den Honig oder die Arbeit im Freien?

Ich bin täglich in der Natur, genieße die Arbeit an der frischen Luft und mit den Tieren. Die Imkerei ist wirklich vielschichtig und abwechslungsreich. Wenn am Ende der Saison die Honigfässer voll sind, ist das ein wunderbares Gefühl! Ich liebe auch den ersten Flugtag der Bienen im Frühjahr. Wenn der erste warme Tag die Damen dazu bringt frischen Pollen einzutragen und die Umgebung zu erkunden, könnte ich stundenlang vor den Völkern sitzen und zusehen. Den Bürojob möchte ich dann nicht mehr geschenkt haben.

 

Du suchst nach regionalem Honig? Dann schau auf unserer Karte, welcher Imker bei dir um die Ecke ist.

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Imkerei Christian Wend - Honigpiraten, Eichberge 4, 14641 Paulinenaue, honigpiraten.de

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