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Interviews mit Produzenten

Die Probleme der Imker in Deutschland

13.05.2017

Das Thema Imkerei und wie wichtig die Bienen für unsere Pflanzen und Vögel sind, ist glücklicher Weise immer wieder präsent in den Medien. Immer mehr Menschen legen sich privat ein Bienenvolk als Hobby zu. Das fördert die Vermehrung der Honigbienen und unterstützt die Bestäubung. Doch ist es wirklich immer ratsam und gut für die Tiere?

Wir haben uns mit Imkern aus Deutschland unterhalten. Was sind deren aktuelle Probleme? Was sind ihre Tipps: wie können wir die Imker unterstützen und der Natur etwas Gutes tun? Und was macht ein Imker eigentlich im Winter, wenn es keine Blüten gibt?

Natürlich stellen wir die Imker auch selbst vor. Und es ist erstaunlich, welch große Vielfalt es an Honig bei uns gibt. Von Stadt- bis Landhonig, von Frühlings- bis Sommerhonig, von Lindenblüten- bis Waldhonig. Wie wäre es da mal mit einer Honigverkostung?

Übrigens: Noch viel mehr Imker in Deutschland und deiner Umgebung findest du hier. Finde neben Imker auch Produzenten von Feinkost, Frische Produkten und Getränken direkt bei dir um die Ecke.

 

Kasseler Stadthonig

Holländische Straße 82, 34127 Kassel, kassel-stadthonig.de

Imker von Kasseler Stadthonig

Welche Honigsorten verkaufst du?

Stadthonig = Mischblütenhonig. Unsere Sorten entsprechen den jeweiligen Stadtteilen. Denn jeder Bienenstand spiegelt das Aroma des Flugradius von 3 Kilometern wider.

Was ist das Besondere an deinem Honig?

Ich imkere nach einer ganz einfachen Formel: Naturerlebnis Biene + Naturgenuss Honig = aktiver Naturschutz für unsere Region. Das Besondere: Wir teilen gerne das Erlebnis und den Genuss und beteiligen damit auch andere an unserem Engagement für die Umwelt. Das meiste passiert dabei ehrenamtlich. Als Vorsitzender des Kasseler Imkervereins oder bei Initiativen, in denen ich mit Autisten, mit Geflüchteten, mit Schülern, aber auch mit Knackis in der JVA imkere.

Unsere Kasseler Stadthonig-Imkerei ist seit 2016 unter dem Dach des Naturland-Verbands Bio-zertifiziert. Doch auch schon zuvor haben wir nach Öko-Richtlinien geimkert. Nun wurde dies auch kontrolliert und amtlich bestätigt. Zudem sind wir die erste und bislang einzige Imkerei in Deutschland, die Fair-zertifiziert ist. Das steht vor allem für sehr lokale und nachhaltige Wirtschaftsbeziehungen zu Partnern.

Welches sind deine aktuell größten Probleme?

Das Thema ist in aller Munde. Das ist schön. Nur es führt auch dazu, dass sich viele für das Thema interessieren und dabei nicht informiert an die Bienen heran gehen. Natürlich ist ein privater Garten schöner, wenn er summt und brummt. Aber Bienen sind keine Gartenzwerge. Es geht um Lebewesen. Und die Verharmlosung des imkerlichen Aufwands führt oft dazu, dass Bienen am Ende leiden und sterben, und motivierte Einsteiger in die Imkerei nach kurzer Zeit die Flinte ins Korn werfen. Wir brauchen daher nicht mehr Imker, sondern qualifiziertere Imker. Auf der anderen Seite braucht es mehr informierte Verbraucher, die eben nicht Importhonig aus dem Supermarktregal wählen, sondern mit ihrem Kauf einen Imker in der Region direkt unterstützen.

Was können wir Menschen tun, um euch als Imker und zugleich die Bienen zu unterstützen?

Bienen und Imker zu unterstützen ist leicht, aber auch vielfältig möglich. Mit dem schon erwähnten Kauf von regionalem Honig wird ein Imker in seinem Engagement monetär unterstützt. Mit einer bienenfreundlichen Gartengestaltung unterstützt man das Nahrungsangebot von Honig- und Wildbienen sowie von Schmetterlingen. Sie alle tragen zu Bestäubung bei und damit letztlich zu Artenvielfalt in unserer Natur. Wir haben daher mit einem Saatgut-Hersteller eine abgestimmte Bienenweide entwickelt. Das ist eine Samenmischung, aus der heimische Wildblumen wachsen, die für Insekten Nahrung bieten und lange blühen.

Bienen würden Bio kaufen: Mit dem Kauf anderer regionaler Lebensmittel aus kontrolliert ökologischem Anbau unterstützt man als Mensch und Verbraucher das ganze Ökosystem und trägt damit zur Entlastung bei.

Was macht ein Imker eigentlich im Winter?

Alles andere als die Füße hochlegen!!! Es gibt immer Arbeit. Es werden neue Bienenkästen gezimmert. Wachs geschmolzen und Mittelwände gegossen. Natürlich ist der Winter auch die Zeit für Fortbildungen. Es wird in einer Imkerei auch nach der Honigernte nie langweilig.

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Imkerei Oswald

Kapellenweg 20, 84076 Pfeffenhausen, bio-honig.com

Imker bei seiner Arbeit im Freien

Welche Honigsorten verkauft ihr?

Wir verkaufen nur Honig aus eigener Standortimkerei. Mit genau definierten geographischem Ursprung im Isar-Hügelland und ganzjähriger Standorttreue ohne jegliche Wanderungen oder Bienentransporte. Also 100% regional und ökologisch. Die Sorte, die wir derzeit anbieten ist Bio Blütenhonig eben aus dem Isar-Hügelland.

Was ist das Besondere an eurem Honig?

Das besondere an unserem Honig ist, dass es sich um rohen Honig handelt, der innerhalb von 24 Stunden nach der Ernte abgefüllt wurde. Ohne sieben, ungerührt und unerhitzt. Natur pur.

Welches sind eure aktuell größten Probleme?

Dass es immer schwieriger wird, geeignete und unberührte Lebensräume für die Bienen zu finden. Dadurch verringert sich der Bestand an Bienenvölkern naturgemäß.

Was können wir Menschen tun, um euch als Imker und zugleich die Bienen zu unterstützen?

Durch positive Bewertungen hier und auf Portalen wie Google Maps und Facebook, den Kauf von Erzeugnissen unserer Bienen und auch Biotoppflege oder das Pflanzen von Bienenbäumen wie z.B. Weißdorn oder bestimmter Weidenarten.

Was macht ein Imker eigentlich im Winter?

Er baut oder repariert Bienenkästen und beschützt seine gestreiften Freunde, indem er täglich nach ihnen schaut.

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Imkerei Fliessgold

Bertramstraße 36, 13467 Berlin, fliessgold.de

Imker mit seinen Bienen in der Stadt

Welche Honigsorten verkauft ihr?

Wir verkaufen immer einen Frühlingsblüten- und einen Sommerblütenhonig. Dazu kommt dann noch der Lindenhonig und in manchen Jahren, je nach Wetter, Tannenhonig. Wenn der Bauer neben unserem Standort in der Stolper Heide Raps anbaut, können wir auch Rapshonig anbieten.

Was ist das Besondere an eurem Honig?

Besonders an unserer Imkerei ist, dass wir den Honig schonend von Hand verarbeiten. Dabei achten wir immer auf das Wohl der Bienen. Diese sollen bei der Entnahme der Honigwaben möglichst wenig gestört werden. Das ist bei einer sorgsamen, langsamen Arbeitsweise gut möglich.

Eine weitere Besonderheit ist, dass wir zum Wohl unserer Bienen auf Wanderungen mit den Völkern verzichten. Wanderungen bedeuten viel Stress für die Bienen. Das möchten wir verhindern und arbeiten als reine Standortimkerei. So bieten wir jedes Jahr verschiedene Frühlings- und Sommerblütenhonige an, die den Geschmack und die Blütenvielfalt der einzelnen liebevoll ausgesuchten Standorte widerspiegelt.

Welches sind eure aktuell größten Probleme?

Die Hürden und Probleme lassen sich kaum in 2-3 Sätze zusammenfassen. Ein großes Problem ist, dass die Bienen zunehmend durch die Zerstörung ihres Lebensraumes durch Pflanzenschutzmittel geschwächt werden. Das macht sie anfälliger für Krankheiten und Parasiten. Hier ist das größte Problem die Varroamilbe, die durch die Globalisierung aus Asien eingeschleppt wurde und nun zusätzlich unseren Bienen und den Imkern das Leben und Arbeiten erschwert.

Was können wir Menschen tun, um euch als Imker und zugleich die Bienen zu unterstützen?

Jeder kann die Bienen und Imker unterstützen, in dem er auf die Benutzung von Pesti- und Herbizide verzichtet und kein gespritztes Gemüse oder Obst kauft.

Außerdem hilft es Bienen und Imkern zugleich, wenn die Menschen den Honig aus der eigenen Region kaufen. So werden die Imker unterstützt, die sich um das Wohl der Bienenvölker kümmern. Die Bienen tragen dann zur Pflanzenvielfalt der eigenen Umwelt bei. Wenn jeder so handelt, ist die landesweite Bestäubung der Pflanzen durch die Bienen gesichert und wir können uns über eine bunte Natur freuen, die uns viele leckere Früchte schenkt.

Wie viele Bienen habt ihr und wie habt ihr sie überhaupt gezählt?

Die einzelnen Bienen zu zählen haben wir noch nicht gewagt, aber sie haben alle einen eigenen Namen ;-) Unsere Imkerei betreut 45 Bienenvölker die an acht verschiedenen Standorten in Berlin und Brandenburg zu Hause sind. Die einzelnen Völker lassen sich noch ganz gut zählen. Die Anzahl der Bienen variiert von Tag zu Tag und von Winter zu Sommer.

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Schlossimkerei Tonndorf

Das Schloß, 99438 Tonndorf, schlossimkerei.de

Imker mit ihrem Bienenvolk

Welche Honigsorten verkauft ihr?

Wir haben 12 Bioland Honigsorten im Sortiment, davon ernten wir 9 Sorten selbst. Frühjahrsblütenhonig, Akazienhonig, Kirschblütenhonig, Streuobstblütenhonig, Sommerblütenhonig, Lindenblütenhonig, Wald-Blütenhonig, Waldhonig, Weißtannenhonig, Kornblumenhonig, Heidehonig und Edelkastanienhonig. Außerdem produzieren wir 5 Honigcremes aus unserem Honig und Bioland Zutaten: Zimtzauber, Vanilla, Holunderwunder, Sandornella, Ingwertraum.

Was ist das Besondere an eurem Honig?

Wir sind Bioland Imker, damit es unseren Bienen möglichst gut geht und wir Honig von höchster Qualität für unsere Kunden ernten können. Auch haben wir nicht nur unseren Honig im Sortiment, sondern eine breite Produktpalette aus veredelten Honigprodukten mit unserem Honig als Zutat: Honigcremes, Honigsenf, Met, Liköre, Honigschokoladen und eigene Kosmetikprodukte. Und wir beliefern ausschließlich den Endkunden und den Einzelhandel und legen dabei großen Wert auf ein professionelles und ansprechendes Erscheinungsbild.

Welches sind eure aktuell größten Probleme?

Der größte Feind der Bienen ist die industrialisierte Landwirtschaft. Immer größere Betriebe bewirtschaften riesige Felder mit Monokulturen so weit das Auge reicht. Hier ist kein Lebensraum mehr für Insekten, die auf Blütenpflanzen angewiesen sind. Der Einsatz von Neonikotinoiden in der Landwirtschaft vergiftet zudem unsere Bienen und andere Insekten. So geschwächte Bienenvölker sind leichte Beute für Parasiten wie der Varroamilbe.

Was können wir Menschen tun, um euch als Imker und zugleich die Bienen zu unterstützen?

Beim Lebensmitteleinkauf auf die Herkunft der Produkte bzw. der Zutaten achten. Es sollten solche Lebensmittel bevorzugt werden, die aus kleinbäuerlicher, biologischer Produktion stammen. Auf den Feldern solcher Bauern und Bäuerinnen finden auch unsere Bienen in abwechslungsreicher Landschaft noch Blühpflanzen. Am Besten ist es jedoch, selbst Imker oder Imkerin zu werden.

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Golden Girls Honey

Holländische Reihe 33A, 22765 Hamburg, goldengirlshoney.com

Ein Bienenvolk auf einer Wabe

Welche Honigsorten verkauft ihr?

Wir verkaufen Stadthonig mit der Frühjahrs- und Sommerblüte.

Was ist das Besondere an eurem Honig?

Unsere Philosophie ist es, die Bienen so wenig wie möglich und so viel wie nötig zu stören. Wir verwenden ausschließlich Bio-Mittelwände und Holzbeuten. Dazu sind wir sehr pingelig bei der Abfüllhygiene und wollen sowohl von außen, als auch von innen ein schönes und hochwertiges Produkt schaffen.

Welches sind eure aktuell größten Probleme?

Wie vermutlich bei allen Imkern ist die Varroamilbe ein Thema. Wobei wir letztes Jahr gut behandelt haben und keine Verluste von Völkern zu verzeichnen hatten. Es ist schön, wenn sich Menschen für die Bienen interessieren. Wir würden aber gerne allen Bienen-Enthusiasten ans Herz legen: macht bitte eine Imkerausbildung bevor ihr euch ein Volk aufs Dach oder in den Garten stellt.

Was können wir Menschen tun, um euch als Imker und zugleich die Bienen zu unterstützen?

  1. Regionaler Honigkauf vom Imker statt Supermarkt-Honig. Dadurch werden kleine Imkerbetriebe und ihre Arbeit unterstützt.
  2. Bienenfreundliche Blumen pflanzen. Wir haben ein eigenes Saatgut mitentwickelt, um den Bienen zusätzliche Nektar. bzw. Nahrungsquellen zu bieten.
  3. Bienenpatenschaften. Um aktiv z.B. ein bestimmtes Volk und die Imkerei zu unterstützen.

Was macht ein Imker eigentlich im Winter?

Im Winter werden die Bienen wenig bis gar nicht gestört. Man macht ein Mal im Monat außen an der Bienenbeute eine "Klopfkontrolle", um zu hören ob das Volk noch lebt. Im Dezember muss allerdings eine Gesundheitsbehandlung (Oxalsäurebehandlung) gemacht werden. Diese geht nur im Winter, weil man bestimmte Witterungsverhältnisse braucht und einen bestimmten zeitlichen Abstand zur Honigernte haben muss. Damit der Honig nicht kontaminiert ist. Ansonsten hat man im Winter Zeit, sich auf das nächste Jahr vorzubereiten. Es bietet sich an, Rahmen neu zu bauen und mit Mittelwänden vorzubereiten, Wachs aus der Saison einzuschmelzen und sich weiterzubilden.

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Meisterhonig

In der Aue 10, 37213 Witzenhausen, honigivan.de

Imker im Grünen bei seinen Bienen

Welche Honigsorten verkauft ihr?

Raps-, Frühjahrsblüten- Sommerblüten-, Lindenblüten-, Kirschblüten-, Akazien-, Wald-, Edelkastanie-, Tannen-, Heidehonig. Zusätzlich stellen wir auf Frühjahrsblüten- oder Rapshonigbasis 4 verschiedene Mischhonige her: Ingwer in Honig, Sanddorn in Honig, Vanille in Honig und Zimt in Honig.

Was ist das Besondere an eurem Honig?

Unsere wichtigste Betriebsregel ist ein respektvoller und freundlicher Umgang miteinander und mit den Bienen. Dadurch ergeben sich viele Verhaltensweisen von alleine, wie der regelmässige Austausch untereinander. Gleichzeitig schließen sich viele von vornherein aus, wie z.B. ein grober und nachlässiger Umgang mit den Bienen.

Wir versuchen unseren Betrieb immer ökologischer zu führen, so ist er inzwischen mit Solarthermie und Holzheizungen ausgestattet. Unsere langjährige Erfahrung und das Wissen über Trachtpflanzen ermöglichen uns jederzeit den idealen Standort für unsere Bienenvölker zu wählen.

Wir ernten den Honig erst, wenn er im Bienenvolk natürlich gereift ist. Nur dann ist ein hoher Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen sichergestellt. Unsere Spezialität ist es, feinsten Cremehonig mit unvergleichlichem Geschmack herzustellen.

Was macht ein Imker eigentlich im Winter?

Im Winter kümmern wir uns intensiv um den Honigverkauf. Außerdem werden Materialien sortiert, gereinigt, repariert und für die neue Saison vorbereitet. Es werden neue Beuten gebaut, Verbesserungsmöglichkeiten besprochen und integriert, und die Fahrzeuge bekommen eine Vollreinigung, Wartung und ggf. eine Reparatur. Und zwischen den Jahren ruhen wir uns aus.

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Altländer Honig-Manufaktur

Groß Hove 82, 21635 Jork, altlaender-honig.de

Imker mit seinen Bienen in der Natur

Welche Honigsorten verkauft ihr?

Oh, viele: Obstblüte, Raps, Akazie, Kornblume, Hamburger Stadthonig (Sommerhonig, manchmal auch Frühlingsblüte), Linde, Wald, Heide und Buchweizen. Und dazu auch Honigzubereitungen z. B. mit Espresso, Vanille, Ingwer, Feige & Orange, Orange & Zimt, Lavendel, Nuss & Kakao und Kakao & Minze.

Was ist das Besondere an eurem Honig?

Wir sind eine Wanderimkerei. Das heißt nach der Obstblüte bei uns im Alten Land bringen wir die Bienen dort hin, wo sie reichlich Nahrung finden, damit wir unseren Kunden leckeren sortenreinen Honig anbieten können. Ein Teil unserer Bienen steht in der Hamburger Innenstadt auf den Dächern namhafter Hotels und produziert unseren köstlichen Hamburger Stadthonig, den die Hotelgäste dann auch zum Frühstück genießen können. Als Bio-Imkerei legen wir besonderen Wert auf eine bienenfreundliche Betriebsweise, verwenden nur Holzbeuten, behandeln unsere Bienen nur mit organischen Säuren gegen die Varroamilbe und verwenden natürlich nur Bio-Wachs und Bio-Zucker für die Auffütterung. Wobei wir unseren Bienen auch reichlich Honig und Pollen als Winterfutter lassen.

Welches sind eure aktuell größten Probleme?

Große Probleme bereitet uns Imkern die starke Lobby der Pflanzenschutzmittel-Hersteller und die stetig wachsende Zahl von Biogasanlagen, die überwiegend mit Mais betrieben werden. Durch Monokultur, verstärkten Pestizid-Einsatz und Verlust der Biodiversität leiden unsere Bienen, aber auch andere Insekten. Übrigens: Insektensterben hat auch Vogelsterben zur Folge...

Was können wir Menschen tun, um euch als Imker und zugleich die Bienen zu unterstützen?

Die Menschen sollten wieder achtsamer mit der Natur umgehen. Im Hausgarten sind Spritzmittel völlig unnötig. Statt grüner Wüste (Buchsbaum, englischer Rasen, Thuja & Co.) lieber einen Garten/Balkon mit bienenfreundlichen Pflanzen anlegen. Der muss auch nicht immer perfekt gepflegt sein. Dazu lieber einen Euro mehr für guten deutschen Honig ausgeben, als den Industriehonig aus aller Welt aus der Quetschflasche kaufen.

Wichtig: Immer aufs Rücketikett schauen. Denn dort steht die Herkunft meist sehr versteckt irgendwo im Fließtext. Nur wo Deutscher Honig draufsteht, ist auch Deutscher Honig drin... Schließlich sind Bienen nicht wegen des Honigs so wichtig, sondern wegen ihrer Bestäubungsleistung. Und Bestäubung lässt sich im Gegensatz zu Honig schlecht importieren.

Wie viele Bienen habt ihr und wie habt ihr sie überhaupt gezählt?

Wir arbeiten mit ungefähr 70 Wirtschaftsvölkern. In jedem Volk sind je nach Jahreszeit bis zu 60.000 Bienen aktiv. Wer kann die schon zählen...

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Demeter-Imkerei Matthias Frühauf

Werderstraße 1, 90489 Nürnberg, imkerei-fruehauf.de

Bienenkästen im Grünen

Welche Honigsorten verkaufst du?

Honig der Frühjahrsblüte und der Sommerblüte.

Was ist das Besondere an deinem Honig?

Das Besondere ist die wesensgemäße Imkerei nach den Richtlinien von Demeter. Mir geht es darum, das "Tier" im "Nutztier" zu sehen und nicht nur den Nutzen. Ob mir das gelingt weiß am besten der Bien, das Bienenvolk.

Welches sind deine aktuell größten Probleme?

Das lässt sich kaum in 2-3 Sätzen erläutern. Vordergründig ist es die Varoamilbe, tatsächlich aber ein Cocktail aus Verschiedenem. Monokulturen auf immer größer werdenden Feldern, Pestizide, Funkizide, Herbizide. Dann sind da Menschen die verunreinigtes Wachs in Umlauf bringen.

Was können wir Menschen tun, um euch als Imker und zugleich die Bienen zu unterstützen?

Nicht immer nur die coolen Stadtimker sehen und beklatschen, sondern dort hinschauen, wo die meisten Bienen, Wildbienen, Schmetterlinge etc. leben - auf dem Land. Es sind nicht die Imker die fehlen, sondern die gesunden Lebensbedingungen für Insekten auf dem Land.

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Felix Kosel / Titelbild: Meisterhonig

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